Tierbetreuung

Wenn Sie gerne mit Tieren zu tun haben und es sich zutrauen, sich um fremde Tiere zu kümmern, können Sie als Tiersitter arbeiten. So brauchen Sie sich kein eigenes Tier anzuschaffen und können trotzdem Zeit mit Tieren verbringen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie dazu erfüllen? Eigentlich nicht viele, denn es gibt keine gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen oder Ausbildungswege. Sie sollten vor allem tierlieb, verantwortungsbewußt, durchsetzungsfähig und flexibel sein. Qualifikationen wie Hundeführerschein, Sachkundenachweise, ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde/Katzen oder auch generell langjährige Erfahrung mit Tieren können nur von Vorteil sein. Schließlich kann den Tieren auch mal etwas passieren und dann sollten Sie darauf vorbereitet sein.

Zunächst geht es hier primär um Hunde, weil auf diesem Gebiet die meisten Aufträge vergeben werden. Einige Dinge treffen auch auf Katzen oder andere Tiere zu.

Wie könnte Ihr Aufgabengebiet jetzt ausschauen? Meist sollen Sie mit dem anvertrauten Hund Gassi gehen, weil der Besitzer keine Zeit oder Lust hat – eventuell hat er auch eine körperliche Einschränkung (seine Motivation tut ja auch nichts zur Sache: Hauptsache, er engagiert Sie). Manchmal sollen Sie dem Tier auch – meist in seiner gewohnten Umgebung – Gesellschaft leisten, falls es sonst zu lange allein wäre. Zuhause fühlt sich ein Tier normalerweise am wohlsten und ist deshalb ruhiger und verträglicher als in einer ungewohnten Umgebung.

Wie kommen Sie nun an entsprechende Aufträge? Sie können sich im Internet über bestimmte Portale anmelden (siehe unten), die lokalen Printmedien durchforsten, Zettel aufhängen oder direkt Menschen mit Hund ansprechen. Letzteres erfordert am meisten Mut und die Abfuhrquote könnte dementsprechend hoch sein.

Wenn Sie ein konkretes Angebot erhalten haben, kommt das alles entscheidende Ereignis auf Sie zu: Das erste Zusammentreffen mit dem Tierbesitzer (Auftraggeber) und dem zu betreuenden Tier. Bei diesem ersten „Blind Date“ werden sehr wahrscheinlich die Weichen für eine gute Beziehung gestellt – oder auch nicht. Es ist wichtig, dass Sie aufgeschlossen auf das Tier zugehen, vor allem bei einem Hund. Ansonsten spürt das Tier Ihre Angst, Skepsis oder sogar Abneigung und dann haben alle drei Parteien keinen Spaß. Und das ist ja nicht Sinn der Sache.

Bei diesem ersten Treffen gehen Sie wahrscheinlich zusammen mit dem Tierhalter und Hund spazieren, vielleicht lässt er sie beide auch alleine losziehen (könnte sein, dass er Sie dann aus der Ferne observiert). Versetzen Sie sich immer in die Lage des Tierhalters, schließlich vertraut er Ihnen – einem wildfremden Menschen – seinen besten Freund an. Da ist es doch normal, erst einmal etwas skeptisch zu sein, oder?

Bevor Sie die Arbeit als Tierbetreuer antreten, sollten Sie ein Gewerbe anmelden. Dazu holen Sie sich beim für Sie zuständigen Gewerbeamt – dessen Sitz von Gemeinde zu Gemeinde variiert – den passenden Gewerbeschein und schon kann’s losgehen. Denken Sie auch daran, dass Sie eine Tierhaftpflichtversicherung für Hundesitter abschließen, denn entgeltliche Betreuung ist bei der Tierhalterversicherung des Besitzers nicht mitversichert.

Der Stundenlohn hängt stark von den Anforderungen ab und bewegt sich zwischen 5 und 15 €. Für pflegeintensivere Tiere (zum Beispiel Welpen oder kranke Tiere) in Einzelbetreuung sollten Sie schon mehr Entgelt erhalten als für gesunde Tiere in der Gruppenbetreuung.

Hier ein paar Online-Anlaufstellen:

http://www.gassi-gassi.de/

http://www.tierhelden.de/tierbetreuung/job.html

https://www.betreut.de/tierbetreuung-jobs