Samenspender

Zugegeben, das Thema Samenspende mutet vielen Männern ein wenig seltsam an. Auf diesem Sektor gibt es viele ungeklärte Fragen und einige Vorbehalte. Eigentlich ist es doch eine schöne Sache, wenn Sie durch eine Samenspende dazu beitragen können, einem Pärchen seinen wahrscheinlich schon lang ersehnten Kinderwunsch erfüllen zu können. Zudem erhalten Sie bei jeder Spende eine Aufwandsentschädigung – also können Sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Zunächst zu den Voraussetzungen, um als Samenspender zugelassen zu werden. Manche Bedingungen wie zum Beispiel das Alter des Spenders können leicht variieren, aber im Groben und Ganzen gelten diese Kriterien: Alter zwischen 20 und 50 Jahren, keine chronischen Krankheiten (wie zum Beispiel Asthma, Diabetes mellitus Typ 1, Epilepsie, Psoriasis oder Rheuma), keine ansteckenden Krankheiten (wie zum Beispiel Clamydien, Gonorrhoe, Hepatitis oder HIV), keine angeborenen organischen Defekte (zum Beispiel Herzfehler), keine psychischen Probleme/Erkrankungen, keine Medikamenteneinnahme, keine gleichgeschlechtlichen Sexualpartner, keine Promiskuität, keine chronischen Erkrankungen oder Erbkrankheiten in der Familie, gesunde Lebensweise (kein Drogenkonsum, wenig Alkohol und Nikotin), gepflegte Erscheinung, gute Schulbildung, gute Sozialkompetenzen und Maskulinität. Die anderen Voraussetzungen wie ausgezeichnete Spermienqualität (Anzahl, Aussehen, Beweglichkeit und Verarbeitungsfähigkeit) und fehlende Gendefekte werden bei den dafür notwendigen Untersuchungen festgestellt. Ansonsten sollten Sie auch zuverlässig und verantwortungsbewusst sein, da regelmäßige Kontrollen anstehen.

Wie Sie sehen, ist das ein ganz schön großer Katalog an Anforderungen. Wenn Sie sicher sind, dass Sie diese Kriterien erfüllen, dann sollten Sie nicht zögern, sich testen zu lassen. Sie können auch am besten selber beurteilen, ob Sie möchten, dass Ihre Gene vererbt werden. Denn keiner kennt Sie so gut wie Sie selbst. Wenn Sie unsicher sind, dann besprechen Sie Ihren Plan doch mit einem Menschen Ihres Vertrauens. Es könnte Ihnen aber auch passieren, dass Sie auf Unverständnis stoßen, weil viele Menschen moralische Bedenken haben oder einfach uninformiert sind.

Nun zum wahrscheinlichen Ablauf der Samenspende: Nachdem Sie sich eine Samenbank ausgesucht haben, müssen Sie sich dort bewerben. Dies kann telefonisch, über ein Bewerbungsformular oder per E-Mail geschehen. Sie erhalten bei Interesse der Samenbank dort einen ersten Spendetermin, geben eine erste Probe ab (vorher mindestens 3 Tage nicht ejakulieren, aber innerhalb der davorigen Woche schon) und diese wird dann auf die Spermaqualität untersucht. Ist das Ergebnis positiv – was leider nur bei jedem 7. Spender zutrifft – werden Sie zu einem zweiten Spendetermin eingeladen (bei manchen Instituten kann die Spende bei einem negativem Ergebnis wiederholt werden). Bei dem zweiten Termin wird das Sperma abermals untersucht. Wenn Ihr Sperma auch diesen Test besteht, folgt der 3. Termin. Bei diesem Termin haben Sie ein Arztgespräch, in dem Sie eingehend zu Ihrer Krankengeschichte befragt werden. Der Arzt klärt Sie über die rechtlichen Grundlagen und das weitere Vorgehen auf. Zudem finden jetzt die Blut-, Gen- und Urintests statt.

Nachdem Sie nun offiziell als Samenspender für diese Samenbank registriert sind, geht der Spendenzyklus mit Spenden im zweiwöchigen Abstand los. Die Länge des Zyklus ist von Samenbank zu Samenbank verschieden.

Mit der Aufwandsentschädigung sieht es so aus, dass Sie einen Teil davon direkt ausbezahlt bekommen und den Rest ein halbes Jahr nach der letzten Samenspende. Insgesamt beträgt die Aufwandsentschädigung pro Spende ca. 75 – 105€. Da es sich wie gesagt um eine Aufwandsentschädigung handelt, ist das Geld steuerfrei.

Hier ein paar Links zur Kontaktaufnahme mit einer geeigneten Samenbank:

http://www.irc-hamburg.de/3-Spender/Spender.php

http://www.erlanger-samenbank.de/samenspende/bewerbung

http://www.samenbank-berlin.de/kontakt.html