Redner

Können Sie sich gut artikulieren und haben Sie keine Angst, vor anderen oder fremden Menschen zu sprechen? Dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie als professioneller Redner arbeiten wollen.

Was benötigen Sie dafür? Wenn Sie Ihre Reden selbst verfassen müssen oder dürfen, benötigen Sie auf jeden Fall eine schriftstellerische Ader oder jemanden, der Ihnen die Reden schreibt. Hierbei müssen Sie allerdings bedenken, dass die Reden authentischer wirken, wenn Sie sie selbst verfassen, weil Sie dann Ihr eigenes Vokabular verwenden – außerdem müssen Sie dann nichts von dem Honorar abgeben. Wenn Sie Ihre Reden also selbst schreiben, brauchen Sie oft auch Einfühlungsvermögen und Verständnis der Materie, um sich in die jeweilige Klientel hineinzuversetzen und genau die passenden Worte zu finden. Zudem sollte die Rede nicht langweilig, aufgesetzt oder reißerisch sein (es sei denn, letzteres ist gewünscht – zum Beispiel bei einem Streik oder einer Demonstration).

Wenn Sie schon etwas Erfahrung mit dem Redenhalten vor Publikum haben, um so besser. Es gehört schon einiges an Mut dazu, sich vor andere Menschen zu stellen und eine Rede zu halten. Stellen Sie keine zu hohen Ansprüche an sich – niemand ist perfekt. Zudem wirken „perfekte“ Menschen oft unsympathisch und das ist ja nicht in Ihrem Sinne. Seien Sie charmant, zugänglich und weltgewandt, das kommt an. Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie einem Auftritt vor Publikum gewachsen sind, dann üben Sie das doch im Vorfeld. Besuchen Sie Podiumsdiskussionen, das ist eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen oder sich eventuell in den Pausen mit anderen Menschen auszutauschen. Machen Sie bei einer Laienspielgruppe mit oder treten Sie in einen Chor ein – dies sind gute Trainingsmöglichkeiten, um aus dem Schatten zu treten und sich einem Publikum zu präsentieren. Wenn Sie diese Hürden problemlos meistern, sind Sie sicher auch in der Lage, vor Zuhörern eine Rede zu halten.

Wie Sie Ihre Rede aufbauen, hängt ganz vom Anlass und vom Fachgebiet ab. Üblicherweise hat eine Rede eine Einleitung, einen Hauptteil und  ein Schlusswort. Die Einleitung dient der Einführung in das Thema der Rede, im Hauptteil geht es um den eigentlichen Inhalt der Rede und das Schlusswort soll die Zuhörer wachrütteln oder zum Denken animieren.

Ein dankbare, aber auch traurige Form der Rede ist die Trauerrede. Diese kann bei einer Beerdigung oder einer Gedenkfeier vorgetragen werden. Dazu führen Sie meist ein Gespräch mit Angehörigen, während dem Sie wichtige Dinge über den Verstorbenen erfahren. Was hat ihn ausgemacht? Wie waren seine privaten und beruflichen Strukturen? Was hat er erlebt? Wie haben die anderen Menschen ihn gesehen oder empfunden? Was war sein Lebensmotto und hat er etwas Besonderes erreicht? Aus den Schilderungen der Angehörigen gewinnen Sie einen Eindruck des Verstorbenen, den Sie in der Trauerrede im Sinne der Angehörigen und des Verstorbenen wiedergeben sollten. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist, damit die Trauerrede auch stimmig wird. Besprechen Sie mit den Angehörigen, ob und welche Musik gespielt werden soll. Als Trauerredner brauchen Sie besonders viel Einfühlungsvermögen und Feingefühl.

Ihr Honorar sollten Sie nach Ihrem Arbeitsaufwand (Zeitaufwand Fahrten, Verwandtengespräch und Redenerstellung) bemessen – also nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch ansetzen (je nach Aufwand ab 200€ aufwärts).