Private Kindertagesstätte

In der heutigen Zeit, wo zwar in vielen Kommunen Kinder einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sieht die Realität aber oft anders aus: es existieren ewig lange Wartelisten und wenn man dann nach Monaten oder sogar Jahren einen Platz ergattert hat,  entspricht er oft nicht den individuellen Bedürfnissen. Diese Umstände bieten Ihnen bei entsprechender Eignung die Möglichkeit, genau an diesem Punkt anzusetzen.

Was benötigen Sie zur Gründung einer privaten Kindertagesstätte? Vorneweg sei gleich erwähnt, dass sich ein solches Projekt normalerweise nicht adhoc aus dem Boden stampfen lässt – es sei denn, man übernimmt einen bereits existierenden Betrieb. Im Vorfeld ist viel Papierkram zu erledigen und Rücksprache mit verschiedenen Ämtern zu halten. Wenn Sie das alles nicht abschreckt, dann lesen Sie weiter.

Die Kindertagesstättenleitung muss eine Ausbildung als Erzieher absolviert haben (wenn dies bei Ihnen der Fall ist, um so besser), die anderen Fachkräfte dürfen auch Kinderpfleger sein. Pro betreuter Gruppe benötigt man einen Erzieher und eine Hilfsfachkraft. Zur Verstärkung können Sie auch Eltern in die Betreuung miteinbeziehen.

Generell müssen auch private Kindertagesstätten, die keine staatliche Zuschüsse erhalten,  gewisse Rahmenbedingungen erfüllen, denn  alle Kinderbetreuungsstätten unterliegen der staatlichen Kontrolle durch das jeweilige Landesjugendamt.

Zu den eben erwähnten Rahmenbedingungen gehören unter anderem eine gewisse Quadratmeterzahl pro betreutem Kind und ein geeignetes Außengelände oder die Möglichkeit, einen nahen Park oder Spielplatz aufzusuchen. Zu den baulichen Gegebenheiten: Räume für Gruppenaktivitäten, entsprechende sanitäre Anlagen, eine Küche und ein Mitarbeiterraum sind Mindestvoraussetzung. Zusätzlich empfiehlt sich eine Rezeption, denn hier können Sie wichtige Neuigkeiten in Form eines schwarzen Brettes publik machen.

Die für die Kinder zugänglichen Bereiche der Kindertagesstätte müssen besonders gegen Unfallmöglichkeiten abgesichert werden: durchsichtige Glasflächen müssen als solche erkennbar sein (z.B. mit Klebebildern beklebt), entsprechend bruchsicher sein (Sicherheitsglas) oder gemacht werden (Splitterschutzfolie) oder genau wie Heizkörper vor dem direkten Zugriff gesichert werden. Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen wie Steckdosensicherung (am besten integriert) und das Vermeiden von Quetschgefahren und scharfen Kanten sollten hier auch nicht unerwähnt bleiben. Ein rutschfester Bodenbelag, Wassertemperaturbegrenzung und Handläufe an den Treppen erhöhen selbstverständlich auch die Sicherheit im Betrieb.

Wenn Sie Kinder aufnehmen wollen, die unter drei Jahre alt sind, kommen einige Extraanforderungen auf Sie zu: ein Ruheraum, Rückzugsecken, Wickelraum, Dusche/Babywanne, Abstellplätze für Kinderwägen etc. Zudem müssen Sie die Räumlichkeiten noch gründlicher gegen Unfallgefahren sichern, als dies bei den älteren Kindern der Fall ist und auch beim Spielzeug andere Maßstäbe ansetzen. Kinderschutzgitter helfen flexibel dabei, einen geschützen Raum für die Kleinsten zu schaffen.

Bei der Gestaltung des Außengeländes müssen Sie natürlich auch auf die Sicherheit achten, indem Sie zum Beispiel Tümpel oder Teiche einzäunen und die abgesicherten Klettermöglichkeiten immer auf scharfe Kanten untersuchen.

Wenn Sie einen Waldkindergarten unterhalten, fallen natürlich viele dieser Bestimmungen flach. Meist bietet sich hier ein Bauwagen oder eine Hütte als Zufluchtsort bei widrigen Wetterbedingungen an.

Zum Versicherungsschutz ist zu sagen, dass betreute Kinder gesetzlich versichert sind, auch bei Aktivitäten der Tagesstätte, die außerhalb des Gebäudes respektive Grundstücks stattfinden. Natürlich auch auf dem Weg zur und von der Tagesstätte oder dem Hinweg zu oder Rückweg von außerhäuslichen Aktivitäten.

Wenn in Ihrer Gegend Bedarf für eine private Kindertagesstätte ist, sollten Sie diese Option wirklich einmal ins Auge fassen. Zufriedene Kinder und deren Eltern werden es Ihnen danken.