Medikamententester

Wenn Sie die nötige Konstitution besitzen beziehungsweise genau ins Raster der testenden Institute fallen, können Sie sich als Medikamententester/in – auch Proband /in genannt – verdingen (im weiteren Text werde ich der Einfachheit halber nur die männliche Form benutzen).

Das funktioniert dann so, dass Sie – wenn Sie nach einer eingehenden Voruntersuchung als Proband zugelassen wurden – an einer ambulanten oder stationären Studie teilnehmen. Sie bekommen dabei Medikamente verabreicht oder injiziert und werden im Verlauf der Studie mehrfach untersucht. Am Ende der Studie erfolgt noch mindestens eine ambulante Nachuntersuchung, um sich vom Gesundheitszustand des ehemaligen Probanden ein abschließendes Bild zu machen.

Meist werden gesunde Menschen beiderlei Geschlechts mit gewissen Normwerten  (z.B. mit Normalgewicht und normalen Blutwerten) gesucht – manchmal  aber auch welche mit ganz speziellen Erkrankungen oder Lebensgewohnheiten (z.B. adipöse Menschen, Diabetiker oder Raucher). Das kommt ganz auf die jeweilige Studie an.

Der Verdienst hängt von mehreren Faktoren wie zum Beispiel Dauer und Risiko der Studie ab. So kann das Honorar sich zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro bewegen. In Deutschland müssen Sie das erhaltene Honorar als Nebeneinkommen angeben.

Zunächst sollten Sie sich überlegen, ob Sie lieber an einer ambulanten oder einer stätionären Studie teilnehmen wollen.

Der Vorteil einer ambulanten Studie ist, dass Sie in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben, Ihren alltäglichen Geschäften oder Aktivitäten nachgehen können und nicht von Ihrer Familie und Ihren Freunden getrennt sind. Sie können in Ihrem eigenen Bett schlafen, Ihren Rhythmus beibehalten und vor allem auch essen, was SIE wollen und wann Sie es wollen. Sie müssen sich nicht mit fremden Menschen arrangieren und sich an keine Klinikregeln (Hausordnung) halten.

Die stationäre Variante bietet freie Kost und Logie, Sie können etwas vom Alltag entspannen, neue Leute kennenlernen und zudem eine neue Gegend erkunden. Meist gibt es in den durchführenden Kliniken ein recht gut strukturiertes Freizeitangebot, damit keine Langeweile aufkommt: so kann jeder im sportlichen aber auch im medialen Bereich (Fernseher, Computer oder auch WLAN-Area) sicher etwas finden, womit er sich beschäftigen möchte. Nachteilig könnten sich die Rationierung des Essens und das Gefühl, dass man ständig unter Beobachtung steht, auswirken. Zudem ist nicht jeder Mensch in der Lage, sich tage- oder wochenlang mit anderen fremden Zeitgenossen zu beschäftigen oder auseinanderzusetzen beziehungsweise sich in einen Klinikalltag einzupassen.

Zu den Kosten ist zu sagen, dass Sie im Vorfeld die Fahrtkosten zum jeweiligen Institut tragen müssen. Sind Sie als Testteilnehmer ungeeignet, zahlt Ihnen das Institut meist eine Unkostenpauschale. Werden Sie hingegen als Proband zugelassen, werden die Kosten mit Ihrem Honorar abgedeckt.

Zwischen einzelnen Studien gibt es meist eine sogenannte Karenzzeit, das heißt, dass Sie einen Mindestabstand einhalten müssen. So soll gewährleistet werden, dass die letzte Studie die Werte der neuen Studie nicht beeinflusst.

Ob Sie bereit sind, die Risiken, die solch eine Studie birgt, in Kauf zu nehmen, müssen Sie natürlich ganz alleine entscheiden. Dies sollte Ihnen nach dem Aufklärungsgespräch mit einem zuständigen Arzt aber sicher nicht zu schwer fallen.

Somit können Sie sich als Medikamententester zwar ein nettes Zubrot verdienen, müssen aber die eben beschriebene Karenzzeit mit einkalkulieren. Es ist auch nicht gewährleistet, dass Sie nach dieser Zeit nahtlos oder in nächster Zukunft an einer weiteren Studie teilnehmen können (Bedingungen, Termin und Örtlichkeit müssen ja passen).

Hier einige Links zur Kontaktaufnahme mit entsprechenden Instituten:

http://www.medikamententester.info/institute-kliniken/medikamententests-in-deutschland-adressen-von-instituten-und-kliniken.php

http://www.probanden.info

http://www.probanden-online.de/kontaktadressen.htm