Entrümpler

Wenn Sie gerne mit Menschen zu tun haben, gut im Organisieren sind, weder Schmutz noch Chaos scheuen, gut anpacken oder delegieren können, dann könnte die Arbeit als Entrümpler genau das Richtige für Sie sein. Viele Menschen sind damit überfordert, ihre eigene Wohnung oder die eines verstorbenen Angehörigen zu entmüllen. Und hier kommen Sie ins Spiel.

Welche Voraussetzungen müssen Sie für diese Arbeit erfüllen? Eine Ausbildung ist nicht vonnöten, aber Organisationstalent, Tatendrang, Kalkulationsfähigkeiten und eine gewisse Schnelligkeit sind Grundvoraussetzungen für die Durchführung dieser Tätigkeit. Kenntnisse der verschiedenen Müllentsorgungsmöglichkeiten und der Grundreinigung verschiedener Bodenbeläge sollten auch vorhanden sein.

Ein eigenes größeres Fahrzeug zum Transport von Werkzeug und zum Abtransport von unbrauchbaren oder noch brauchbaren Gegenständen aus der Entrümpelung ist ebenso anzuraten. Dazu brauchen Sie den entsprechenden Führerschein. Wenn Sie einen grauen oder rosa Führerschein besitzen, dürfen Sie leichte Laster bis 7,5 t fahren, mit mehrachsigem Anhänger bis 12 t oder mit einachsigem Anhänger bis 18,5 t.

Zudem sollten Sie wirklich in puncto Chaos, Schmutz, Staub, Schimmel, Geruchsbelästigung und Ungeziefer abgehärtet sein. Okay, es muss nicht immer so übel kommen, Sie sollten aber besser auf das Schlimmste gefasst sein.

Unbedingt erforderlich ist auch ein gewisses Feingefühl im Umgang mit fremden Menschen. Schließlich lassen diese Menschen Sie in ihre Wohnung und das ist doch schon etwas sehr Persönliches. Viele Menschen schämen sich für die Zustände, aber sie haben ja immerhin den Schritt gewagt, Sie zu kontaktieren. Wenn es sich um die Wohnung eines verstorbenen Verwandten handelt, sollte eine gewisse Pietät sowieso selbstverständlich sein.

Zunächst müssen Sie beim zuständigen Amt ein Gewerbe anmelden und erhalten für einen geringen Obolus einen Gewerbeschein – wo sich das Gewerbeamt befindet, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, das müssen Sie erfragen oder im Internet recherchieren. Das Gewerbeamt wird die Gewerbeanmeldung den entsprechenden anderen zuständigen Stellen (Finanzamt, Krankenkasse, Kammern etc.) mitteilen, diese melden sich dann bei Ihnen.

Nach diesem ersten Schritt folgt – falls Sie die Sache nicht alleine stemmen wollen oder können – die Akquirierung von Mitarbeitern. Zu Beginn sollten Sie die Mitarbeiter auf Abruf einsetzen können, schließlich muss der Laden ja erst mal anlaufen. Hierbei empfiehlt sich die stundenweise Bezahlung oder je nach Auftragslage eventuell sogar 450€-Jobs. Später können Sie ja auf Festanstellungen aufstocken, falls beide Seiten das wünschen.

Machen Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre Dienstleistungen. Diese können von einer einfachen Zimmerentrümpelung über das Ausräumen eines ganzen Hauses bis zur Säuberung eines kompletten Grundstücks führen. Je nachdem, wie schwer die Arbeit ist, sollten Sie Ihren Stundensatz wählen. Sie können auch einen Pauschalpreis ausmachen – wenn Sie schnell arbeiten, kann das sogar lukrativer für Sie sein. Anderenfalls fällt Ihr Stundenlohn halt niedriger aus. Wenn Sie Zeitangaben machen, bis wann Sie die Arbeit voraussichtlich erledigt haben werden, setzen Sie den Zeitraum lieber etwas länger an – so haben Sie weniger Zeitdruck und der Kunde kann sich schon mal darauf einstellen.

Bei Ihrem ersten Kundengespräch sollten Sie kompetent und selbstbewusst auftreten, aber natürlich alles in Maßen. Ein zu großes Ego schreckt eher ab. Zeigen Sie Verständnis für den potentiellen Kunden und lassen Sie sich nicht anmerken, wenn Sie über den Zustand der „Arbeitsstelle“ schockiert sind. Für viele Menschen ist es nicht leicht, anderen solch ein Chaos zu zeigen oder zuzugeben, dass sie die Situation nicht alleine meistern können.

Wenn nun ein Vertrag zustande gekommen ist, geht die körperliche Arbeit los. Jetzt wird sich zeigen, ob Ihr Konzept aufgeht und ob alles so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben. Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer, so ist das auch mit dieser Dienstleistung.